Talk Derby to me! – mit Referee und Trainer Jens

Der Rookie-Tag am 26. März 2017 rückt immer näher: Zeit euch ein weiteres RPRD-Mitglied vorzustellen! Melde dich per E-Mail (anmelden@rprg.de) bei uns und sei schon bald Teil der League.

Kein Bout oder Scrimmage läuft ohne Referees. Sie ermöglichen den Spielbetrieb und machen Schulungen, um stetig besser zu werden. Die maximal sieben Schiedsrichter (Referees alias „Zebras“) bewegen sich während des Spiels auf Rollen im Innen- und Außenbereich des Tracks und sind für die Einhaltung der Regeln zuständig. Sie vergeben zum Beispiel Strafzeiten (Penalties) an Spielerinnen* und Punkte für die Teams. Um während des schnellen Spiels Strafen zu erkennen und zu pfeifen, benötigen Referees lange Erfahrung und perfekte Regelkenntnisse.

Unser Referee und Trainer Jens erzählt im Interview, was er in den letzten acht Jahren beim Roller Derby erlebt hat und warum ihn der Sport immer noch begeistert:

Wer bist du und was machst du bei RPRD ?

Ich bin Jens und seit 2009 bei RPRD. Ich bin Vize unseres Officials-Komitees, das unter anderem das Training der Skating (Schiedsrichter*innen) und Non Skating Officials organisiert.

Außerdem engagiere ich mich als Mitglied unseres Rats, dem Vorstand der Sparte, in der Weiterentwicklung insgesamt und unterstütze das Trainings-Komitee als Technik-Trainer für alle Level, von den Anfänger*innen zu den Spielerinnen*.

Wie bist du zum Roller Derby gekommen?

Ich habe meine Lebensgefährtin zum ersten Training der League begleitet, das in der mittlerweile abgerissenen Rollschuh-Disco in Marl stattgefunden hat.

Eigentlich war ich nur zur Unterstützung mitgekommen, aber da es Skates zum Ausleihen gab, dachte ich ich probiere es mal anstatt einfach nur zuzugucken. Es hat Spaß gemacht, obwohl ich am Anfang keine zwei Meter geradeaus rollen konnte!

Da zusätzlich die Leute nett waren und ich mich mit der Idee von Roller Derby und dem Aufbau eines Teams identifizieren konnte, wollte ich mitmachen. Ursprünglich als Schiedsrichter, weil die ja auch gebraucht werden. Ich habe dann zeitnah einen mehrjährigen Umweg als Trainer des Teams eingeschlagen, bin aber Anfang diesen Jahres zu meinen Wurzeln zurückgekehrt und derzeit neben dem Training zu Hause als Schiedsrichter unterwegs.

Was war dein bisher schönster Derby-Moment?

Hmm… Da haben sich in den Jahren einige angesammelt, den Schönsten gibt es dabei für mich nicht einmal. Es sind eher emotionale Momente, sowohl im positiven als auch negativen, an die ich mich erinnere. Unterschiedliche Rollen hatten dabei ihre eigenen bewegenden Momente.

Als Trainer der Moment, als ich einer Skaterin* einen Skill in einer halben Stunde beibrachte, für den ich selber ein halbes Jahr gebraucht habe. Persönlich frustrierend, aber der Beweis, dass ich endlich gelernt hatte Technik zu erklären.

Als Benchcoach die, in denen das Team als Einheit gespielt hat und jedes Rädchen ineinandergriff. Ob am Ende ein Sieg oder eine Lehrstunde daraus wurde, war dann auch egal.

Als Mitglied der League der Moment, in dem sich gezeigt hat, dass wir mit unserem gestaffelten Training für Anfänger*innen in die richtige Richtung steuern, nämlich allen eine möglichst gute Lernumgebung zu verschaffen.

Menschlich der, als das Team offensiv meinen Wechsel von der Trainerbank in das Streifentrikot akzeptiert und unterstützt hat. Der Segen war mir viel wert.

Als Schiedsrichter das erste Mal bei einem hochwertigen Turnier akzeptiert worden zu sein und damit ein weiteres Türchen im Adventskalender meines Derby-Lebens zu öffnen.

Das klingt nach viel Zeit. Wieso machst du das überhaupt?

Gute Frage und eigentlich gibt es nur eine Antwort: Weil es mir Spaß macht.

Insbesondere als Schiedsrichter (wobei man das auch auf Skater*innen übertragen kann) kann ich mich entscheiden wie viel Zeit ich investieren möchte. So ist auch unsere Officials Gruppe sehr weit gefächert. Wir haben Skaterinnen* die neben dem Skaten auch officiaten, aber primär auf lokalem Niveau und bei Freundschafts- und Trainingsspielen. Ebenso haben wir Officials, die sich auf die regionale Umgebung und Bundesliga konzentrieren.

Ich persönlich möchte auf dem höchsten Niveau pfeifen, der Ort ist mir dabei ziemlich egal. Dafür investiere ich viel Zeit und Ressourcen, um mich dorthin hoch zu arbeiten, was noch ein langer Weg sein könnte. Das Wichtige ist aber, dass mich niemand dazu zwingt. Ich mache es, weil ich möchte. Es ist für mich ein körperlich und geistig herausfordernder Ausgleich zu meinem stressigen Beruf und gleichzeitig eine gute Ergänzung, denn ich lerne Teamplay und andere Kulturen kennen.

Wir versuchen unter den Officials darauf Rücksicht zu nehmen und alle zu unterstützen das zu erreichen, was sie möchten und können.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich mein Engagement hinterfrage oder mal keine Lust habe. Aber alles in allem waren die letzten sieben Jahre eine Erfahrung, die mich zum Positiven verändert und mir viele Freundschaften gebracht hat und ich hoffe noch mehr davon zu erfahren.